Bitterer Beigeschmack für Suk Hee Shim (KOR) nach Short-Track-Sieg
18. Jänner 2012
Tränen der Enttäuschung beherrschten das Siegertreppchen der Frauen im Eisschnelllauf über 1000 m am 18. Jänner.
Goldmedaillengewinnerin Suk Hee Shim (KOR) war nach ihrem Sieg bei den Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspielen im Olympiastadion am Mittwoch sprachlos und in Tränen aufgelöst.
Ihre Freundin und Landsfrau Jung Hyun Park (KOR) stürzte am Ende des Rennens und wurde disqualifiziert. Das hinterließ einen bitteren Beigeschmack bei der Goldmedaillengewinnerin.
„Wir sind gute Freundinnen und trainieren viel zusammen. Ich bin sehr traurig“, so die sichtlich erschütterte Shim.
Beide Koreanerinnen lagen zusammen mit Japans Sumire Kikuchi, die die Bronzemedaille gewann und Aili Xu (CHN) die Silber holte, in Führung. Xu versuchte zweimal innen an den Koreanerinnen vorbeizukommen. Bei ihrem dritten Versuch stürzte Park und ließ ihrer Konkurrentin damit freie Bahn.
Shim sah nicht wie ihre Teamkollegin fiel und beharrt darauf, dass es keinen Grund gegeben hätte, sie zu disqualifizieren.
„Ich habe nur den Sturz gehört“, so Shim. „Ich hätte nie gedacht, dass man sie disqualifizieren würde. Wir dachten, Korea würde in diesem Rennen die Gold- und Silbermedaille holen.“
Die Gewinnerin beschrieb ihren Sieg als „großen Lohn“ für die Anstrengungen die sie ins Training gesteckt hatte.
Auch Bronzemedaillengewinnerin Kikuchi konnte ihren Platz auf dem Siegertreppchen nicht so richtig genießen.
„Eigentlich bin ich nicht sehr glücklich darüber [Bronzemedaille]“, sagt sie. „Es war kein gutes Rennen für mich. Ich habe die Medaille nur gewonnen, weil das koreanische Mädchen einen Fehler gemacht hat.“
„Deshalb kann ich mich nicht mit der Bronzemedaille anfreunden. Ich möchte diesen bitteren Beigeschmack dazu nutzen, mich selbst für die nächsten Rennen hier und zuhause in Japan zu motivieren.“
Für Kikuchi, die bei diesen Spielen schon Bronze im Eissschnelllauf über 1500 m gewann, war ihre gute Leistung in den zwei verschiedenen Disziplinen nur ein schwacher Trost.
„Ja, das ist natürlich etwas Besonderes. Aber eigentlich wollte ich beide Rennen gewinnen. Also kann ich nicht zufrieden mit dem Ergebnis sein.
Letztlich war nur Xu wirklich zufrieden mit ihrer Silbermedaille.
„Das macht mir großen Mut“, sagt sie. „Das ist meine erste Erfahrung bei solch großen Wettkämpfen wie den Olympischen Jugendspielen. Obwohl ich Zweite geworden bin, werde ich nicht immer nur Zweite bleiben. Ich habe hart gekämpft und werde auch weiterhin mein Bestes geben.“
„Am Ende des Rennens war ich sehr erschöpft, aber ich habe es insgesamt sehr genossen gegen andere Mitstreiterinnen anzutreten.“


