1. Olympische
Jugend-Winterspiele 13.-22. Jänner

Botterill (CAN) und Ruggiero (USA): Innsbruck 2012 ausschlaggebend für weitere Entwicklung des Frauenhockeys

21. Jänner 2012

Seit der olympischen Premiere des Fraueneishockeys bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano gewannen immer nur Kanada und die USA Gold in diesem Bewerb.

Bei den Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Spielen wird es jedoch nicht so sein.

Die Nationalen Olympischen Komitees der top fünf Teams der Internationalen Eishockey-Föderation (IIHF) wurden vor die Wahl gestellt, ob sie ihre Männer oder ihre Frauen zu den Olympischen Jugend-Spielen schicken wollten.

Kanada, USA, Russland und Finnland schickten ihre Männer, Schweden seine Frauen.

Die Olympionikinnen Jennifer Botterill (CAN) und Angela Ruggiero (USA), die bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver Gold und Silber im Eishockey gewannen, unterstützen diese Entscheidung, denn sie glauben, dass sie die Entwicklung des Fraueneishockeys fördert.

„Diese Regel bei den Spielen ist wichtig, um die internationale Entwicklung dieser Sportart voranzutreiben“, so Botterill. „Mit der Teilnahme der jungen Athletinnen und Athleten bei Innsbruck 2012 wird Eishockey in ihren Ländern an Popularität gewinnen.“

„Das ist genau, was wir brauchen.“

Die Frauenteams, die am Eishockeybewerb bei Innsbruck 2012 teilnehmen, sind Österreich, Deutschland, Kasachstan, Slowakei und Schweden.

„Man muss irgendwo anfangen“, so Ruggiero. „Wenn wir auf das Spiel der Männer und auf seine anfänglich langsame Entwicklung blicken und diese mit der Entwicklung vergleichen, die wir im Frauenhockey in den letzten Jahren hatten, muss man bedenken dass wir erst seit 1998 auf internationalem Niveau spielen.“

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees Jacques Rogge (BEL) sieht Eishockeyprogramm der Frauen in Innsbruck als einen wichtigen Wegbereiter für ausgeglichenere Spiele in den traditionellen Olympischen Spielen.

„Ein Hockeyspiel, bei dem es fast 15:0 oder 25:0 steht, ist aus sportlicher Sicht nicht wirklich interessant“, so Rogge.

Botterill ist derselben Meinung und fügt hinzu, dass die Einbindung neuer Nationen im Fraueneishockey bei den Olympischen Jugendspielen eine Weiterentwicklung des internationalen Frauenhockey bewirken könnte.

„All diese Athletinnen bei den Olympischen Jugendspielen sammeln Erfahrung“, erklärt sie. „Wenn sie dann zurück nach Hause gehen, werden sie mehr Aufmerksamkeit bekommen und hoffentlich auch mehr Unterstützung. Letztendlich hilft es ihnen auf ihrem Weg zu den traditionellen Olympischen Spielen.“

Bezüglich der bei Vancouver 2010 entstandenen Gerüchte, dass Fraueneishockey vom Programm der Olympischen Winterspiele genommen werden soll, sagt Rogge: „Wir haben nie gesagt, dass wir Frauenhockey aus dem Programm nehmen wollen. Wir wollten daran nie etwas ändern. Wir werden Frauenhockey auch weiterhin im Programm haben, aber wir hoffen, dass Investitionen zu einer qualitativen Weiterentwicklung beitragen werden.“

IIHF-Vize-Präsident Murray Costello (CAN) fügte hinzu, dass die hohen Niederlagen bei den Innsbruck 2012 Eishockeyspielen beweisen, wie dringend die Frauenteams bessere finanzielle Unterstützung brauchen.

„Sie verdienen es“, so Costello.

„Ich war von Anfang an dabei. Ich hätte nie geglaubt, dass Frauen für unser Spiel so hart trainieren würden wie Männer.

In Wirklichkeit trainieren sie noch härter.“

Women's Ice Hockey

Das schwedische Frauenteam freut sich über den Einzug ins Finale um Gold bei den Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspielen.

Foto: IOC Young Reporter Tan Thiam Peng