De Neeling (NED) erhöht Medaillenzahl auf drei nach Gold beim Massenstart der Frauen
20. Jänner 2012
Sanneke de Neeling (NED) kämpfte gegen den Schnee ebenso wie gegen ihre Rivalinnen und holte sich Gold bei der olympischen Premiere des Massenstarts der Frauen im Eisschnelllauf am heutigen Freitag.
Es schneite vor und während des Rennens auf dem Olympic Speed Skating Oval heftig, doch de Neeling verriet anschließend, dass sie das Laufen bei solchen Bedingungen gewohnt ist.
Das sah man an ihrer Leistung: Sie holte sich – nach Gold über 3000 m und Silber über 1500 m – ihre dritte Medaille bei den Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspielen.
Su Ji Jang (KOR) holte sich Silber und Sumire Kikuchi (JPN) Bronze, doch die Läuferin des Tages war ganz klar de Neeling.
„Es ist großartig, einfach großartig“, so de Neeling. „Das Rennen lief gut. Die Bedingungen waren gut und ich war gar nicht so müde am Ende.“
„Ich komme aus den Niederlanden und in meinem Heimatort sind die Bedingungen oft so. Es ist ganz normal für mich. Das Wetter hat also keinen Unterschied für mich gemacht.“
De Neeling war während des Rennens die meiste Zeit auf Platz zwei hinter Clare Jeong aus den USA. In der vorletzten Runde wurde sie von der Russin Yelizaveta Kazelina überholt.
Die Russin startete als Erste in die letzte Runde, dicht verfolgt von de Neeling, Jang und Kikuchi.
Die holländische Eisläuferin hatte ein perfektes Timing und konnte die vorderste Läuferin schnell überholen. Sie überquerte die Ziellinie mit einer Zeit von 6:01.06. Jang (+0.07) und Kikuchi (+0.18) folgten dicht dahinter.
De Neeling konnte die Jubelschreie ihrer Familie von der Tribüne her hören konnte und erzählt ihre Taktik sei simpel gewesen.
„Warte bis zur letzten Runde und sprinte dann zum Schluss“, so de Neeling.
Die Goldmedaillengewinnerin sah dem Massenstart im Vorfeld kritisch entgegen, aber ihre souveräne Leistung lässt vermuten, dass sie sich vor dem Start beruhigt hatte.
„Ich hatte ziemlich Angst, weil ich nicht wusste was mich erwartet“, erklärt sie. „Aber jetzt, nachdem ich gewonnen habe, bin ich sehr glücklich. Es war eine Ehre für mich.“
„Es war leichter als ich gedacht hatte. Ich hatte mir erwartet, dass alle Läuferinnen neben mir laufen würden, aber alle waren hinter mir, also konnte ich das Rennen kontrollieren. Ich hatte [vor dem Rennen] Angst, nicht die Kontrolle zu haben.“
Auch wenn die Medaille den Massenstart für sie zu etwas Besonderem gemacht hat, bevorzugt de Neeling immer noch traditionelle Rennen.
„Mir hat es [der Massenstart] gefallen, aber ich bevorzuge die anderen Rennen, bei denen ich mich mehr auf meine eigene Technik konzentrieren kann“, so de Neeling.
„Aber ich werde es [den Massenstart] nochmal versuchen, wenn ich die Gelegenheit dazu habe.“
De Neeling ist sehr glücklich sie über die all die Erfahrungen, die sie bei Innsbruck 2012 sammeln konnte.
„Ich habe alles genossen und gelernt, meine Nervosität zu kontrollieren und bei einem großen Bewerb mitzulaufen.“
Silbermedaillenträgerin Jang war glücklich über ihren ersten Medaillensieg bei den Spielen.
„Es hat mir wirklich Spaß gemacht, aber es war beängstigend, inmitten so vieler Läuferinnen auf dem Eis zu stehen.“
„Es ist wirklich gefährlich, deshalb muss man eine sehr gute Taktik haben, um zu gewinnen.“
Kikuchi, die sich Bronze über 1500 Meter holte, hatte auf ein besseres Ergebnis gehofft.
„Ich habe mich wirklich auf dieses Rennen gefreut und hatte viel Spaß auf dem Eis, aber ich bin trotzdem ein bisschen traurig, dass ich nicht Erste oder Zweite geworden bin.“
Kikuchi nimmt auch an den Short-Track-Bewerben der Spiele teil und holte sich dabei bereits Bronze über 1000 Meter.
Ihre Erfahrung im Short Track half ihr beim Massenstart.
„Das Rennen ist beängstigend“, so Kikuchi. „Da ich auch im Short Track mitmache, bei dem die Läufer genauso eng nebeneinander laufen und einander überholen, bin ich daran gewöhnt und hatte vielleicht nicht so viel Angst wie andere Läuferinnen, die diese Erfahrung nicht haben.“
Kikuchi ist überzeugt, dass das Wetter ihre Leistung schwächte.
„Viele Läuferinnen sind gestürzt. Es war nicht leicht, auf dem nassen Eis zu laufen“, erzählt Kikuchi. „Ich war etwas besorgt, aber die Bedingungen waren ja für alle gleich, deshalb glaube ich nicht, dass sie das Rennen zu stark beeinflusst haben.“
Unter den Läuferinnen, die gestürzt sind, ist auch Yuan Fu (CHN).
„Ich habe versucht zu überholen, aber eine andere Athletin ist in mich hineingefahren“, so Fu.
„Ich habe mir einige blaue Flecken geholt. Die Volunteers mussten mir zurück aufs Eis helfen“, erzählt sie. „Bis ich mich vom Sturz erholt hatte, war das Rennen für mich schon zu Ende. Ich bin überzeugt, dass ich das Rennen hätte besser machen können.“
Jeong war nicht allzu sehr darüber enttäuscht, dass sie keinen Podiumsplatz erreicht hatte, obwohl sie den Lauf so lange angeführt hatte.
„Ich bin keine Sprinterin“, meint sie. „Ich wusste, dass ich irgendwann versuchen musste, die Führung zu übernehmen, oder ich würde keine Chance haben. Also habe ich das gemacht, doch es hat nicht funktioniert.“
Der US-Läuferin gefiel das neue Format und sie würde noch einmal in solch einem Rennen mitlaufen. „Es war echt beängstigend, aber doch ein großer Spaß. Eigentlich hat es mir sehr gut gefallen.“
„Ich würde [mit dem Massenstart weitermachen], denn auch wenn es wirklich verrückt war, hat es doch großen Spaß gemacht.“


