1. Olympische
Jugend-Winterspiele 13.-22. Jänner

Deutschland holt Gold in der gemischten Staffel Langlauf/Biathlon

21. Jänner 2012

Favorit Deutschland nahm den schweren Schnee mit Leichtigkeit und stürmte zur Goldmedaille in der gemischten Staffel Langlauf/Biathlon, die am Samstag, den 21. Jänner, ihr olympisches Debüt gab.

Russland holte sich die Silbermedaille und die USA gewannen Bronze und sorgten so für eine Überraschung auf dem Podest.

Biathletin Franziska Preuss (GER) beendete eindrucksvoll ihre erste Teilstrecke, wobei sie nur einen Schuss in stehender Position verfehlte, ansonsten aber eine ausgezeichnete Langlaufleistung zeigte und somit Deutschland einen sicheren Vorsprung verschaffte, den sie bis zum Ende halten konnten.

Schlussendlich überquerte ihr Team die Ziellinie in 1 Stunde, 4 Minuten und 23,4 Sekunden, was ihnen die wohlverdiente Goldmedaille einbrachte.

Nach der ersten Etappe zeigte sich Preuss mit den Rennbedingungen mehr als zufrieden.

„Ich mag es, wenn es während des Rennens schneit“, sagte sie. „Die Bedingungen heute liegen mir sehr.“

Der Sieg heute verschaffte Preuss bereits die dritte Goldmedaille der Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspiele, nachdem sie bereits Platz 1 im Sprint der Frauen über 6 km und in der gemischten Biathlon-Staffel erreichte. Diese großartige Leistung müsse sich die Deutsche überhaupt erst bewusst machen.

„Ich kann es im Moment noch gar nicht glauben“, gab sie zu. „Ich hoffe, dass mir nächste Woche bewusst wird, dass ich hier drei Goldmedaillen gewonnen habe.“

Der Kampf um die Silbermedaille erwies sich als viel dramatischer. Kurze Zeit sah es ganz danach aus, als ob die USA die Russen in den Schatten stellen würden, die eine viel längere Tradition in den beiden Disziplinen haben.

Letztendlich schaffte es Alexander Selyaninov (RUS), nur 0,5 Sekunden vor Patrick Caldwell (USA), das Ziel mit einer Zeit von 1:05:22.5 zu überqueren und sicherte Russland so die Silbermedaille.

Für die USA stellt die Bronzemedaille aber dennoch eine beachtliche Leistung dar.

Nach dem Rennen, erklärte ein überglücklicher Caldwell, der auf seiner Etappe ins Rennen startete, als die USA auf dem zweiten Platz lagen, dass er unter unglaublicher Spannung gestanden hätte, da er gewusst habe, dass Russlands erstklassiger Langläufer Selyaninov nur knapp hinter ihm sei.

„Ich wusste, dass er da war und es auf mich abgesehen hatte. Er überholte mich in meiner ersten Runde und deshalb bin ich einfach hinter ihm geblieben und habe versucht mit ihm mitzuhalten“, so Caldwell.

„Wir haben uns gegenseitig immer wieder überholt, aber am Ende war er der Schnellere. Er war einfach zu stark.“

Caldwell lobte die Anstrengungen seiner Teamkolleginnen und -kollegen, vor allem den dritten Läufer Sean Doherty (USA), der eine gute Langlauf- und Schießleistung zeigte und Caldwell somit „in der letzten Teilstrecke in eine gute Position brachte“, so dass die USA es vom neunten auf den zweiten Platz schafften.

Nach einem schwachen Start des russischen Teams, bei dem Uliana Kaysheva (RUS) die erste Teilstrecke auf Platz 14 beendete, musste ihr restliches Team alles geben, um wieder Plätze gutzumachen.

Kaysheva hatte der Druck zu schaffen gemacht.

„Die Disqualifikation am Donnerstag [als Kaysheva bei der gemischten Biathlon-Staffel aus der Spur kam, was Russland die Silbermedaille kostete] hat mir stark zugesetzt“, so die Russin.

„Körperlich ging es mir gut, aber nicht mental.“

Auf Kaysheva folgte Läuferin Anastasia Sedova, der es dank der beeindruckenden Zeit von 9:57.9, der schnellsten Streckenzeit im Langlauf der Frauen am Samstag, möglich war auf Platz fünf zu kommen. Dann zeigte Ivan Galushkin (RUS) eine exzellente Leistung auf seiner Teilstrecke, und brachte Russland somit auf Platz drei.

Schlussendlich hing alles an Selyaninov, der sich nüchtern gab: „Ich habe getan, was ich tun musste.“

Das norwegische Team, das traditionell in beiden Disziplinen sehr stark ist, belegte am Ende nur einen überraschenden neunten Platz. Nach der zweiten Etappe belegten die Norweger zwar Platz zwei, aber der dritte Läufer Kristian Andre Aalerud zeigte eine schwache Schießleistung und auch auf der letzten Teilstrecke konnten die Norweger nicht mehr aufholen.

Germany

Christian Stiebritz aus Deutschland (Mitte) feiert mit seinem Team.

Foto: IOC Young Reporter Iuliia Vynokurova