1. Olympische
Jugend-Winterspiele 13.-22. Jänner

„Du entscheidest, wo es für dich hingeht!“

21. Jänner 2012

Zum vorletzten Mal während Innsbruck 2012 hatten die jungen Athletinnen und Athleten die Gelegenheit ihre ganz persönlichen Fragen an die sportlichen Vorbilder zu richten. Der ehemalige Schweizer Skispringer Andreas Küttel und US-Eishockey-Star Angela Ruggiero erläuterten im Rahmen der abendlichen „Meet the Role Model“-Veranstaltung die Bedeutung von „Mentaler Vorbereitung“.

Oftmals stellt sich trotz hartem körperlichen Training, top Material und dem nötigen Talent nicht der erwünschte Erfolg ein. Dann muss der Sportler zusätzlich an seiner mentalen Stärke arbeiten. „Können oder nicht können, das hängt vom Kopf ab!“ ist Ruggiero überzeugt.

Mentale Vorbereitung wird außerdem dann besonders wichtig, wenn es schlecht läuft, oder wenn man mit Verletzungen oder Rückschlägen zu kämpfen hat. Dann gilt es mentale Techniken gezielt als Instrument einzusetzen. So musste Küttel durch eine Angina und eine daraus resultierende Mandeloperation sein physisches Training für längere Zeit unterbrechen. Diese Zwangspause nutze er zur Erholung und starker psychischer Vorbereitung, wobei er viel mit Visualisierung arbeitete. Als er dann wieder auf der Schanze stand, lief es für ihn umso besser. „Du entscheidest, wo es für dich hingeht!“ fasste Küttel zusammen.

Von großem Interesse war, welche Rolle der Trainer bei der mentalen Vorbereitung spielen kann und wie man die richtige Technik findet. „Es gibt kein Rezept für Erfolg!“ erklärt Küttel und Ruggiero meint: „Was im eigenen Kopf vor sich geht, kann man nur selbst beeinflussen.“ Wie weit die Unterstützung auf mentaler Ebene reicht, hängt stark vom Verhältnis zwischen Trainer und Sportler ab. Gerade über seine Ängste und Zweifel spricht man oftmals ungern mit seinem Trainer, denn man will nicht riskieren, dass dann der Trainer an einem zweifelt. Besser bespricht man diese Dinge mit einem Psychologen, der einem als neutrale Person zur Seite stehen kann. Der Trainer sollte allerdings wissen, welche Techniken der mentalen Vorbereitung funktionieren. Im Wettkampf kommt es dann besonders auf die nonverbale Kommunikation an, durch die der Trainer dem Sportler seine Unterstützung signalisiert.

Starke mentale Strategien helfen einem außerdem über den Sport hinaus, denn sie lassen sich auch in allen anderen Bereichen des Lebens anwenden. Erfolgreich wird man immer dann, wenn man sich voll auf eine Sache konzentriert und sich selbst den nötigen Raum zum Ausgleich lässt.​

Angela Ruggiero und Andreas Küttel

Angela Ruggiero und Andreas Küttel stellen sich den Fragen der Athletinnen und Athleten