1. Olympische
Jugend-Winterspiele 13.-22. Jänner

Eisschnellläufer Schmidt (DEN) muss zum Trainieren ins Ausland reisen

Seine dänischen Freunde, die sich mehr dem Fußball und Badminton verschrieben haben, verstehen nicht, wie er regelmäßig seine Eislaufschuhe einpacken und ins Ausland fahren kann, nur um eine Sportart zu tranieren, die ihnen komisch vorkommt.

Eisschnelllauf ist keine beliebte Freizeitbeschäftigung in Dänemark und Philip Due Schmidts (DEN) Freunde wundert es, wie er nur so viel Zeit, Kraft und Geld in diese Sportart stecken kann.

„Sie stellen mir immer eine Menge Fragen dazu“, so Due Schmidt. „Sie finden es komisch, dass ich immer verreise und manchmal nicht bei ihnen sein kann, weil ich Eisschnelllauf mache.“

Der 14-Jährige ist Dänemarks einziger Eisschnelllaufathlet bei den Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspielen, aber der Sport den er so liebt ist ihm die Reiserei und die ganzen Fragen von seinen Freunden allemal wert.

Obwohl es in ganz Dänemark keine einzige Eisschnelllaufbahn gibt.

„Wir trainieren in Deutschland“, erklärte er. „Der Nationalverband organisiert dort jede Saison Trainingscamps. Wir hatten schon eine Eisbahn in Dänemark, die ist nun aber geschmolzen. Sie war aber ohnehin nicht gut.“

Due Schmidt begann erst vor drei Jahren mit dem Training und dennoch handelt ihn sein Trainer Jesper Carslon (DEN) als aufsteigenden Stern.

„Er hat sich enorm verbessert“, so Carlson. „Er ist der Jüngste im Team und hat noch viel Zeit sich weiterzuentwickeln. Wir sind sicher, dass er ganz stark werden wird.“

Der Däne ist auch Mitglied des dänischen Inlineskating-Teams, was sehr typisch für dänische Eisschnellläufer ist.

„Aus diesem Sport steigen für gewöhnlich unsere Eisschnellläufer empor“, so Carlson. „Da wir keine Eisbahnen haben auf denen wir trainieren können, gehen viele Inline Skaten. Da haben wir alle angefangen.“

In den letzten Jahren hat der dänische Skatingverband an einem Projekt gearbeitet, das die jungen Sportler vom Inlinen zum Eisslaufen bringen soll.

„Wenn man noch jung ist, kann man sich sehr schnell vom Inlinen ans Eisschnelllaufen anpassen“, erklärte Carlson. „Außerdem machen wir das, damit die Jungen beim Sporteln bleiben, wir versuchen sie zu motivieren.“

„Die Inlineskater sehen auch die Vorteile im Eisschnelllauf. Wenn sie inlinen und eislaufen, dann haben sie in beiden Saisonen, also Sommer und Winter, Wettkämpfe.“

Due Schmidt liebt beide Disziplinen, aber im Moment hat natürlich die Erfahrung von Innsbruck 2012 Priorität.

„Es ist toll andere Athleten kennenzulernen und von ihnen zu lernen“, sagt er. „Außerdem ist es beruhigend zu sehen, dass viele von ihnen in ihren Heimatländern nicht die Möglichkeit haben, eine Wintersportart auszuüben.“

„Sie müssen genau wie ich ins Ausland gehen, um zu trainieren. Es ist toll zu hören, dass ich dieses Schicksal mit anderen teile“, so Due Schmidt.

Er trat am Freitag im Eisschnelllauf Massenstart der Männer an. Obwohl er kurzzeitig in Führung lag, wurde er zum Schluss nur 17. Kronprinz Frederik von Dänemark war ebenfalls unter den Zuschauern.

Dänemarks Chef de Mission, Morten Schram Rodtwitt (DEN) sagte, dass es hart sei, junge Athleten für den eher unbeliebten Sport zu begeistern, da Sommeraktivitäten die nationale Sportszene dominieren.

„Wir haben keine Berge in unserem Land, dafür viel Wind und Regen im Winter, aber keinen Frost“, erklärt er. „Das macht es natürlich schwierig für uns, eine Sportart wie Eisschnelllauf voranzutreiben.“

„In Dänemark sind Fußball, Handball, Badminton und Schwimmen die beliebtesten Sportarten. Eisschnelllauf ist eher ein Nischensport und wird auch nur von den paar Menschen ausgeübt, die den Sport wirklich lieben.“

YIS el/rm

Due Schmidt

Philip Due Schmidt aus Dänemark

start

Massenstart der Männer im Eisschnelllauf an der Startlinie vor dem Rennen.

IOC Young Reporter Foto von Tan Thiam Peng