Gold für Deutschland in der gemischten Biathlon-Staffel
19. Jänner 2012
Deutschland holte sich in einer Zeit von 1 Stunde, 11 Minuten und 6,8 Sekunden und insgesamt sieben Fehlschüssen die Goldmedaille.
Norwegen gewann mit acht Fehlschüssen und einer Zeit von 1:13:11.7 Silber, nachdem Russland mit einer Zeit von 1:12:54.0 und neun Fehlschüssen disqualifiziert wurde. Frankreich holte sich mit 1:13:27.8 die Bronzemedaille.
Das russische Team wurde erst kurz vor der Siegerehrung darüber informiert, dass ihre erste Läuferin Uliana Kaysheva, Goldmedaillengewinnerin in der Verfolgung der Frauen über 7,5 km, durch „Verlassen der Spur“ die Internationalen Biathlon Union Regel DR 5.6.i verletzt hatte.
Kristian Andre Aalerud (NOR), der einen unglaublichen Lauf als Teamleiter mit der schnellsten Zeit (18:34.5) von allen hinlegte, war glücklich, das Rennen trotz der dramatischen Rahmenbedingungen mit Silber zu beenden.
„Wir fanden erst heraus, dass wir Silber gewonnen hatten, als wir auf die Siegerehrung warteten und sehen konnten, wie das russische Team etwas betrübt dreinschaute“, sagt er.
„Es ist schade für sie, aber die Silbermedaille zu gewinnen ist natürlich super für uns. Eine Medaille zu gewinnen fühlt sich großartig an. Ich war nervös als letzter Läufer in die Staffel zu gehen, aber ich gab alles und hoffte auf das Beste.“
Aus der ersten Reihe startend wurden die Deutschen als Favoriten gehandelt. Die erste Läuferin, Franziska Preuss startete gut ins Rennen und brachte das Team in eine starke Position, mit nur 4,7 Sekunden vor den Russen.
Nach ihrer Etappe zeigte sich Preuss, Goldmedaillengewinnerin im Sprint über 6 km und Silbermedaillengewinnerin in der Verfolgung über 7,5 km bei den Innsbruck 2012 Spielen enttäuscht über ihre Schießleistung.
„Ich glaube ich war ziemlich gut und meine Schießleistung war okay, obwohl ich in der letzten Runde 2 Schüsse verfehlte. Ich bin dafür gut gelaufen, wir werden sehen.“
Laura Hengelhaupt (GER) war als Nächste dran und sie glänzte mit einer soliden Führung gegenüber den Russen.
Deutschlands Trainer Jesko Fischer (GER) umarmte die aufgeregte Hengelhaupt nach ihrem Abschnitt.
„Gratuliere. Du hattest eben einen tollen Lauf“, lobte er sie. „Du hast perfekt geschossen, gut gemacht!“
Vor ihrer Etappe war Hengelhaupt nervös, aber freute sich dann umso mehr über die Goldmedaille.
„Das ist ein großartiges Gefühl, ich habe bei diesen Spielen sonst noch keine Medaille gewonnen“, sagt sie. „Jetzt bin ich glücklich.“
Im dritten Abschnitt des Rennens baute Maximilian Janke den deutschen Vorsprung gegenüber den Russen auf beeindruckende 1:42.2 mit nur einem Fehltreffer aus, wollte aber noch nicht zu früh jubeln.
„In der Staffel ist es immer schwierig – man weiß erst mit dem letzten Läufer im Team wie es ausgeht!“, so Janke. „Ich wusste, dass ich gut war und ich wusste, dass Niklas [Homberg] (GER) auch gut sein würde, aber bis zum Ende bleibt der Sieg nunmal offen.“
Als Homberg, der letzte in der deutschen Staffel, die Ziellinie überkreuzend seine Nationalflagge schwenkte, wurde er von seinen aufgeregten Teamkollegen und einer Gruppe von jubelnden deutschen Fans empfangen.
Nach dem Rennen lobte Homberg sofort seine Teamkollegen. „Ich möchte allen im Team danken, wirklich allen. Den Trainern, dem Betreuerstab, allen“, sagte er. „Es ist ein super Gefühl gemeinsam zu gewinnen.“
Auf die Frage ob er nervös gewesen sei, blieb Homberg nüchtern.
„Natürlich war ich das“, sagte er. „Alles war so neu und so groß. Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen.“
Homberg, Goldmedaillengewinner in der Verfolgung über 10 km der Männer sagte: „zwei Goldmedaillen hier zu gewinnen, hat mir Flügel verliehen. Es bestärkt mich nur in dem Willen noch härter zu arbeiten.“
„Jetzt freue ich mich auf eine Goldmedaille bei den traditionellen Olympischen Spielen. Das ist mein großer Traum.“


