Hay (NZL) auf Medaillenjagd
11. Jänner 2012
Libby-Jean Hay (NZL) zählt schon die Minuten bis zur ihrem großen Auftritt in Innsbruck.
Die 18-Jährige ist verrückt nach Eishockey und kann es kaum erwarten, bei der Skills Challenge, einem der Eishockeybewerbe bei den Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspielen, anzutreten. Am 16. Jänner ist es dann soweit.
In Hays Heimat Neuseeland beherrscht Rugby die Sportszene. Jedoch hat sie nun, dank einer Initiative des Internationalen Eishockey Verbandes (IIHF), die Chance, bei den 1. Olympischen Jugend-Winterspielen ihr Können auf dem Eis unter Beweis zu stellen.
Der IIHF führte letztes Jahr einen internationalen Qualifikationswettbewerb durch, bei dem eine ganze Reihe an Fähigkeiten beherrscht werden musste. Die fünfzehn besten AthletInnen aus Ländern, die bei Innsbruck 2012 nicht mit einem Nationalen Olympischen Komitee vertreten sind, können so nun auch an diesen Spielen teilnehmen.
In die Bewertung flossen die schnellste Rundenzeit, Treffsicherheit, Geschicklichkeit auf dem Eis, Schussgeschwindigkeit, Passgenauigkeit und Kontrolle über den Puk ein.
Hay belegte in der Gesamtwertung den 4. Rang und ist nun in Innsbruck 2012 auf Medaillenjagd.
„Ich bin total begeistert von diesem Sport“, sagte Hay während einer Trainingspause. „Ich habe sehr gute Chancen. Ich denke, dass ich es schaffen kann.“
Früher teilte sich Hay ihre Zeit so ein, dass sie sowohl Eiskunstlauf and auch Eishockey trainieren konnte. Als ihre Eltern ihr dann vor ein paar Jahren rieten, sich auf einen Sport zu konzentrieren, fiel ihr die Entscheidung leicht.
Ihr Vater, Grant Hay, ist Präsident der Neuseeländischen Eishockey-Verband und ihr Bruder Joshua hat schon in der Eishockey-Profiliga in Schweden gespielt.
Auch ihr 14-jähriger Bruder Oliver trainiert mit ihr und Libby-Jean versichert, dass er ein außerordentliches Talent ist und viel Potential hat.
„Mein Bruder und ich messen uns gerne und jeder versucht, den anderen zu übertreffen“, sagt sie.
Hay spielt für die neuseeländische Eishockeynationalmannschaft der Frauen. Sie spielt beim Club Auckland, einer reinen Frauenmannschaft, und außerdem noch als einzige Frau bei einer Herrenmannschaft.
Sie gibt zu, dass es manchmal nicht leicht ist, sich gegen die Jungs zu behaupten, aber die körperliche Konfrontation macht ihr nichts aus, weil sie den Sport eben liebt.
“Manchmal ist es ein bisschen beängstigend, weil die Jungs viel größer sind. Als Verteidigerin ist es meine Aufgabe, mich in den Weg zu stellen, aber das funktioniert nicht immer und meistens bin ich dann diejenige, die auf dem Hintern landet“, sagt sie.
Ich mag das Tempo, die hohe Geschwindigkeit. Ich mag die Aggressivität und die Teamarbeit. [Eishockey] ist einfach wirklich schnell und macht unglaublich Spaß.”
Hay wird bald die Schule in Auckland abschließen und hofft danach in der Universitätsliga in den USA spielen zu können.
In der Zwischenzeit genießt sie ihre Zeit bei den Olympischen Jugend-Winterspielen.
„Ich fühle mich hier wie eine Königin. Es ist echt beeindruckend,” sagt sie.
YIS aa/rm


