1. Olympische
Jugend-Winterspiele 13.-22. Jänner

IOC-Präsident Jacques Rogge (BEL) spricht mit Athletinnen und Athleten über seine Zukunftsvision für die Olympischen Jugendspiele

„Wie kann ich Präsident des Internationalen Olympischen Komitees werden, Herr Präsident?“

Diese unschuldige Frage löste bei IOC-Präsident Jacques Rogge (BEL) schallendes Gelächter aus. „Naja, du musst einfach eine große Leidenschaft für Sport haben, denke ich“, antwortete er.

So etwa kann man sich die Stimmung bei der Youth Session mit Rogge im Congress Innsbruck am Samstag, den 21. Jänner vorstellen.

Während der zweistündigen Veranstaltung beantwortete der Präsident des IOC viele Fragen – einige waren locker und lustig, andere regten zum Nachdenken an.

Die meisten Fragen der Athletinnen und Athleten bezogen sich auf die neuen Wettkampfformate, wie die gemischten Teambewerbe und die gemischten nationenübergreifenden Bewerbe, die bei den Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspielen ihr Debüt gaben.

Die Nachwuchstalente wollten wissen, ob diese Formate irgendwann auch in die traditionellen Olympischen Spiele Einzug finden würden.

„Ich kann noch nicht definitiv sagen, welche neuen Formate wir einführen werden und welche nicht. Aber wir werden alle Möglichkeiten sorgfältig abwägen. Zum Beispiel nehmen wir bei den Olympischen Spielen in London 2012 zum ersten Mal Frauenboxen ins Programm auf, so dass nun die Frauen in gleich vielen Disziplinen vertreten sind wie die Männer“, so Rogge.

Besonders interessant war es zu sehen, dass der IOC-Präsident die Athletinnen und Athleten wiedererkannte, die er in der vergangenen Woche bei verschiedenen Sportbewerben gesehen hatte.

Als Eishockeyspieler Augusts Valdis Vasilonaks aus Lettland, der in der Eishockey Skills Challenge der Männer Gold holte, aufstand, um seine Frage zu stellen, fragte Rogge sofort: „Du bist doch der, der Schüsse mit 145 km/h spielen kann, oder?“

Als Vasilonaks nickte, lachte der IOC-Präsident und sagte: „Hab ich‘s doch gewusst! Du warst wirklich gut. Gratuliere!“

Auf die Frage, was er von den jungen Athletinnen und Athleten in Innsbruck gelernt habe, antwortete er sofort: „Optimistisch in die Zukunft zu blicken“.

Die Idee, Olympische Jugend-Winterspiele einzuführen, kam von Rogge. Zweck dieser Spiele soll es sein, eine Plattform für junge Sportlerinnen und Sportler zu schaffen, wo sie ihre Fähigkeiten ausbauen und gleichzeitig mehr über das Leben jenseits ihres Sports lernen können.

Als ehemaliger Athlet, liegt Jacques Rogge die Jugend-Olympische Bewegung sehr am Herzen.

„Als ich jung war und an Wettkämpfen teilnahm, merkte ich, dass es Kinder gab, die schon im Alter von 14 bis 15 Jahren bei internationalen Bewerben antraten. Aber sie konnten nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen. Und ich dachte mir ‚Was für eine Zeitverschwendung!‘ Junge Athletinnen und Athleten brauchen eine Plattform, die es ihnen ermöglicht, an Wettkämpfen teilzunehmen. Darüber hinaus geht es bei den Olympischen Jugendspielen nicht nur um Medaillen und Wettkämpfe. Es geht ebenso um Freundschaft und Kameradschaft.“

Am Ende der Youth Session, gab der Präsident des IOC dem jungen Publikum noch eine letzte Botschaft mit auf den Weg.

„Ich habe lachende Gesichter gesehen – nicht nur bei denen, die gewonnen haben, sondern auch bei den übrigen Teilnehmenden. Wenn ihr von Innsbruck wieder nachhause fahrt, nehmt die Erinnerungen mit und bewahrt sie für immer in euren Herzen.“

IOC Young Reporter Sonali Prasad







IOC President Jacques Rogge

IOC-Präsident Jacques Rogge beantwortet während der IOC Youth Session Fragen der jungen Athletinnen und Athleten und anderen Teilnehmenden der Olympischen Jugend-Winterspiele in Innsbruck.

Foto: IOC Young Reporter Iuliia Vynokurova