1. Olympische
Jugend-Winterspiele 13.-22. Jänner

Junge AthletInnen lernen wertvolle Lektion: Verbotene Substanzen könnten im Essen versteckt sein

21. Jänner 2012

Es gibt viel zu berücksichtigen, wenn man Spitzensportlerin bzw. Spitzensportler ist, aber ein Thema, das viele junge Athletinnen und Athleten unterschätzen, ist die Nahrungsmittelsicherheit.

„[Nahrungsmittelsicherheit] war ein großes Problem bei den Panamerikanischen Spielen und der FIFA U-17 Weltmeisterschaft in Mexiko“, erläuterte Frankie Fredericks (NAM), ehemaliger Leichtathlet und Mitglied der Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

„Ich glaube, es gab ein Problem mit Clenbuterol. Aber das Bewusstsein wächst täglich. Wir sind jetzt vorsichtiger als jemals zuvor“, so Fredericks.

Der namibische Leichtathlet war einer von mehreren Athleten, einschließlich Charmaine Crooks (CAN) und Hicham El Guerrouj (MOR), die sich mit den jungen Athletinnen und Athleten bei den Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspielen trafen, um über dieses Thema zu sprechen.

Die Substanzen, die die Athletinnen und Athleten zu sich nehmen, sind streng geregelt, aber manchmal können illegale Chemikalien ins Essen kommen. Wenn die Athletinnen und Athleten diese nichts ahnend konsumieren, kann das zu einem positiven Dopingtest führen.

Fredericks verweist auf einen Zwischenfall bei der U-17 Weltmeisterschaft 2011, als Spieler aus 19 von 24 Mannschaften positiv auf eine verbotene Substanz namens Clenbuterol getestet wurden.

Nach zahlreichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Athleten kontaminiertes Fleisch gegessen hatten.

„Nahrungsmittelsicherheit ist zweifellos eines der wichtigsten Anliegen der IOC und der Gastgeberstädte“, erklärte Fredericks. „Wir arbeiten mit den Gastgeberstädten zusammen, um sicherzustellen, dass die Regeln eingehalten werden.“

Die beste Vorsichtsmaßnahme für die Athletinnen und Athleten zur Vermeidung dieser Gefahr bestehe darin, im Olympischen Jugenddorf zu essen, meinte er weiter.

„Wahrscheinlich ist es sogar noch sicherer als zu Hause, wo man oft auswärts isst. Hier haben wir die besten und höchsten Standards für Nahrungsmittelsicherheit“, sagte er.

Charmaine Crooks (CAN), fünffache Olympionikin und olympische Silbermedaillengewinnerin, stimmte dem voll und ganz zu.

„Ich bin zuversichtlich und ich weiß, dass die Athletinnen und Athleten Vertrauen haben können in das, was im Jugenddorf angeboten wird. Sie bekommen das richtige Essen, die richtigen Nährstoffe und es besteht keine Gefahr, dass das aus dem Ruder läuft.

„Wenn ich an Sprints teilgenommen habe, war ich mit dem Essen immer sehr vorsichtig, um jegliche Missverhältnisse zu vermeiden. Falls Zweifel bestehen rate ich immer dazu, den eigenen Ernährungsberater, Trainer oder Betreuer zu fragen. Es geht nur darum, wachsam zu sein. Es ist unbedingt notwendig, Menschen in deiner Umgebung zu haben, von denen du sicher weißt, dass sie nur dein Bestes im Sinn haben“, verriet sie.

Hicham El Guerrouj (MAR), doppelter Olympia-Goldmedaillengewinner, gab noch einen weiteren Ratschlag.

„Iss immer in der Gruppe. Mach keine Alleingänge“, sagte er. „Als Athlet habe ich einfach das gegessen, was mir mein Arzt und mein Physiotherapeut geraten haben.“

Die Ratschläge erfahrener AthletInnen waren Teil des Kultur- und Bildungsprogramms der allerersten Ausgabe der Olympischen Jugend-Winterspiele in Innsbruck, um den jungen Sportlerinnen und Sportlern Themen wie Nahrungsmittelsicherheit und Ernährung näher zu bringen.

„Die Athletinnen und Athleten sollten schon sehr früh über diese Dinge Bescheid wissen, so dass sie während ihrer langen Sportkarrieren wachsam bleiben, da dieses Thema ein Hindernis darstellen kann“, fügte Crooks hinzu.

„Ich habe die Wichtigkeit der Nahrungsmittelsicherheit und Ernährung erst sehr spät realisiert, aber diese jungen Athletinnen und Athleten haben das Glück, bereits sehr früh darauf aufmerksam gemacht zu werden“, ergänzte Fredericks.

Chef Heinz Steiner (Right) teaches athletes from Slovakia how to prepare a healthy meal. IOC Young Reporter Photo by Tan Thiam Peng

Koch Heinz Steiner (rechts) zeigt Athletinnen aus der Slowakei, wie sie eine gesunde Mahlzeit zubereiten können

Foto: IOC Young Reporter Tan Thiam Peng