Junge Olympioniken sprechen über die Entscheidung zwischen Schule und Training
21. Jänner 2012
Wie soll man zwischen Schule und Training entscheiden? Das ist eine Frage, die sich die jungen Athletinnen und Athleten hier bei der Premiere der Olympischen Jugend-Winterspiele zwangsläufig stellen müssen.
Für diese Athletinnen und Athleten, die alle zwischen 14 und 18 Jahre alt sind, heißt mehr lernen automatisch weniger trainieren und umgekehrt. Bei der Frage, wie man beides miteinander vereinbaren kann, sind die Athletinnen und Athleten aus den verschiedenen Ländern und Regionen unterschiedlicher Meinung.
Manche haben kein Problem damit, Schule und Training unter einen Hut zu bringen, doch andere haben so ihre Probleme.
Die 15-jährige Eiskunstläuferin Caitlin Belt aus den USA, die zusammen mit ihrem Partner Michael Johnson (USA) im Paarlauf bei Innsbruck 2012 den vierten Platz erreichte, erzählt, dass sie ganz normal die High School besucht. Während der Schulzeit verbringt sie die eine Hälfte des Tages mit Lernen und die andere mit Trainieren. Sie nimmt außerdem Privatstunden an den Wochenenden, um verpasste Stunden nachzuholen.
„Ich lerne sehr viel und meine schulischen Leistungen liegen im Mittelfeld meiner Klasse“, erzählt sie.
Die Eiskunstläuferin Nina Larissa Wolfslast (AUT) berichtet, dass alle vier österreichischen Eisläufer der Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspiele die Oberstufe besuchen. „Wir Sportler werden in der Schule keineswegs bevorzugt und bekommen auch keine Extrapunkte. Mein Traum ist es, auf die Uni zu gehen und einen Abschluss in Jus zu machen“, erzählt Wolfslast, die im Einzellauf der Damen bei Innsbruck 2012 auf Platz 13 landete.
Dmitri Dragun (RUS), Bronzemedaillengewinner im Eistanz, und seine Partnerin Maria Simonova (RUS) sind in der russischen Junioren-Nationalmannschaft. Er verbringt viel Zeit beim Training, aber er versucht mit Hilfe von Privatlehrern, die ihn fünf Mal in der Woche unterrichten, die Schule nicht zu vernachlässigen. „Ich lerne Zuhause mit der Unterstützung von Privatlehrern“, so Dragun. „Aber ich muss alle Prüfungen in der Schule bestehen.“
Der chinesische Eisschnellläufer An Liu, der bei den Spielen Gold und Silber gewann, erzählt, dass er den halben Tag trainiert und die andere Hälfte auf der Sportschule verbringt. „Aber nächstes Jahr werde ich auf eine professionelle Sportschule gehen, was bedeutet, dass ich keine Zeit mehr zum Lernen haben werde.“
Eine weitere chinesische Athletin Yu Xiaoyu, Goldmedaillengewinnerin im Paarlauf, verließ die Schule, um im Eiskunstlauf-Club professionell zu trainieren.
Das Kultur-und Bildungsprogramm von Innsbruck 2012 will die Auffassung verbreiten, dass kulturelle Aktivitäten, internationales Verständnis und Bildung neben den sportlichen Aktivitäten wichtig sind und dass die jungen Athletinnen und Athleten in der Schule nicht nur für ihre Karriere sondern für ihr ganzes Leben lernen.


