1. Olympische
Jugend-Winterspiele 13.-22. Jänner

Kommunikation stellt Curler beim gemischten Doppelbewerb vor neue Herausforderung

21. Jänner 2012

Martin Sesaker (NOR) hat eine einfache Strategie entwickelt um Partnerin Eunbi Kim (KOR) mitzuteilen, mit wieviel Kraft sie einen Stein im gemischten Curling-Teambewerb bei den Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspielen werfen soll.

Da er verbal mit der Koreanerin nicht kommunizieren kann, berührt der Norweger sein linkes Handgelenk mit seiner rechten Hand, was heißt, dass sie nur leicht werfen soll. Berührt er seinen Ellbogen heißt das, dass sie mit mittlerem Gewicht werfen soll, ein Griff auf seine Schulter heißt, sie soll mit etwas mehr Kraft werfen, und auf die Stirn bedeutet volle Kraft.

„Die Curling-Sprache“, scherzt Sesaker. „Man arrangiert sich.“

Im gemischten Doppelbewerb treten ein Junge und ein Mädchen aus verschiedenen Nationen in demselben Team an.

Anastasia Moskaleva (RUS) spielt zusammen mit Tsukaa Horigome (JPN) und bei der ersten Ziehung am Samstag mussten sie Rachel Hannen (GBR) und Marek Cernovsky (CZE) gegenübertreten.

Moskaleva spricht kein Wort Japanisch und Herigome kann kein Russisch.

„Es war am Anfang schwierig, miteinander zu kommunizieren, aber als wir mit dem Spiel begannen, hatten wir richtig Spaß“, so Moskaleva. „Wir haben das gleiche Ziel, wir wollen beide gewinnen.“

„Wir verwenden eine Zeichensprache, um uns zu verständigen.“

Das gemischte Doppel ist eine großartige Gelegenheit für Curler aus verschiedenen Kulturen und allen Ecken der Welt, miteinander zu spielen und voneinander zu lernen.

Sesaker, zum Beispiel, war überrascht darüber, wie Kim das Eis wischt.

„Sie wischt gegen den Stein statt seitlich. Ich glaube, sie hat daraus gelernt.“

Für Corryn Brown (CAN) erfüllte sich ein Wunsch, als sie mit Martin Reichel (AUT) in ein Team kam.

„Ich glaube dadurch, dass wir unterschiedliche Sichtweisen auf das Spiel haben, lernen wir voneinander“, so Brown. „Ich habe gelernt, mehr Steine aktiv ins Spiel zu bringen, statt nur Guards zu setzen. Er würde eher einen Hit and Roll spielen als einen Guard.“

Reichel erzählt, dass auch er einiges Neues gelernt hat.

„Die Mädchen spielen taktischer. Sie hat mir gezeigt, dass das Spielfeld besser ausnutzen kann.“

Brown liebt diesen Bewerb, weil er ihr, so denkt sie, eine neue Sicht auf das Curling gegeben hat.

„Ich finde es cool, weil man eine andere Seite des Spiels sieht und es damit zu einem ganz neuen Spiel wird.“

Curling

Die Curling-Halle der Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspiele

Foto: IOC Young Reporter Ben Fridman