1. Olympische
Jugend-Winterspiele 13.-22. Jänner

“You look at others and say ‘wow’ that’s a great pin.”

22. Jänner 2012

Bud Kling verfolgt die Olympischen Spiele seit den späten 50ern und ist heute ein Experte in einer olympischen Disziplin, für die es weder Medaillen noch Trainer gibt, nämlich den Tausch von Pins.

Der Amerikaner ist einer von drei offiziellen Pintauschern bei den Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspielen. Den Pintausch entdeckte er erstmals, als er sich die TV-Berichterstattung der Olympischen Winterspiele 1980 in Lake Placid ansah. Mehrere Busse hatten eine Panne und ca. 20 Leute standen mitten im Schnee und warteten darauf, zu ihren Sportstätten zu gelangen. Diese Leute tauschten mit Pins und sogar nachdem die Busse abgefahren waren blieben fünf oder sechs Leute dort, um weiter zu tauschen.

Kling erkannte damals „Mann, das Tauschen von Pins muss ganz schön süchtig machen.“

Im Jahr 1984 arbeitete Kling bei den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles als TV-Volunteer bei den Basketballspielen. Bei der Eröffnungsfeier fielen ihm ein paar Athletinnen und Athleten auf, die Pins tauschten, aber er selbst hatte nur einen von den Basketballspielen in der Tasche. Da er wusste, dass er zum Tauschen mehr brauchen würde, besorgte er sich ein paar hundert Pins von einem Freund, der bei einer Bank arbeitete. „Damals habe ich losgelegt und seitdem bin ich süchtig danach“, sagt er.

Klings persönliche Sammlung umfasst mehr als 30.000 Pins und besteht aus einzigartigen Pins und „Traders“, wie die Pintauscher ihre Duplikate nennen. Wenn ein Pintauscher zu Olympischen Spielen geht und versucht, alle Pins, die er bekommt, zu behalten oder nicht gut darin ist, die ‚Traders‘ zu finden, wird er bald keine Pins mehr zum Tauschen haben, so Kling.

Kling vergleicht die Suche nach Pins mit dem menschlichen Jagdinstinkt. „Man sieht andere an und sagt „Wow, was für ein toller Pin“. In den nächsten 24 Stunden ist man besessen davon, diesen Pin zu finden, aber wenn man ihn dann hat, ist es einfach nur ein Pin“, sagt er.

Im Laufe der Jahre knüpfte er viele Kontakte mit Leuten, von denen er Traders bekommt, und manchmal lässt er sich seinen Lohn in Pins auszahlen, wenn er als Berater tätig ist.

„Für mich ist das perfekt, weil die Firma den Wert der Pins mit dem Preis gleichsetzt, den sie dafür gezahlt haben (also nicht so viel). Für mich bemisst sich der Wert der Pins nach ihrem Tauschwert, also haben wir unterschiedliche Ansichten, wie viel der Pin wert ist. Für mich ist das eine tolle Vergütung und sie glauben, dass ich eine billige Arbeitskraft bin, deshalb ist es für beide Parteien ein gutes Geschäft“, so Kling.

Kling hat sich maßgefertigte Vitrinen mit ausziehbaren Regaleinsätzen zur Aufbewahrung einiger seiner Pins gebaut. Im Gegensatz zu anderen ordnet er seine Pins nach Ländern und nicht nach den einzelnen Spielen, um sie schneller finden zu können.

Während er das Tauschen mit Pins anfangs nur als Hobby betrieb, wurde es zu seiner Arbeit, als er als Koordinator und Manager der offiziellen Olympischen Coca-Cola Pintauschzentren eingesetzt wurde und sogar beim Design dieser Tauschzentren mitwirkte.

Der frühere Job des Pensionisten als Tennistrainer erlaubte es ihm, sein Projekt mit dem Pintausch weiterzuentwickeln, weil er sich im Gegensatz zu anderen den Sommer über frei nehmen und so bei vielen Olympischen Spielen dabei sein konnte.

Kling versucht immer 200 bis 500 Pins zu bekommen, die er dann einfach an andere, besonders Kinder, verschenken kann. „Das Lächeln eines Kindes, dem man einen Pin gibt, ist unbezahlbar“, meint er.

Kling kann nicht sagen welchen Pin er am liebsten hat, weil sie „wie seine Kinder“ sind, wobei jeder vierte eine einzigartige Geschichte hat. Er mag denjenigen am wenigsten, „der [ihm] in den Finger sticht, wenn er nachts in seinen Rucksack fasst und der Verschluss abgegangen ist“.

Laut Kling sind die Olympischen Winterspiele für Pintauscher entspannter, weil es dort nur ca. 70 NOK-Pins gibt, nach denen sie suchen müssen. Im Sommer gibt es 100 bis 200 Länderpins und mindestens 1.000 entschlossene Sammler, die sich an der Pin-Jagd beteiligen.

Wenn ein Zuschauer ein paar Pins tauschen möchte, sollte er nach jemandem mit 10 bis 15 Pins auf der Jacke oder der Akkreditierung Ausschau halten. Daran, so Kling, sieht man, dass sie auch Pins tauschen wollen.

Auch wenn man nicht die gleiche Sprache spricht, kann man einfach „auf jemanden zugehen und ein Handzeichen machen, dass man tauschen möchte... oder einfach auf die Pins zeigen.“

Für Kling liegt beim Tauschen mit Pins die Schönheit im Auge des Betrachters. „Es kann sein, dass man ein schlechtes Gewissen hat, wenn man einen super Pin bekommt, aber keinen so guten vergeben hat. Allerdings darf man nicht vergessen, dass er [der Pintauscher] wahrscheinlich 100 davon hat. Der Pintausch ist eine ziemlich faire Sache – am Ende sind beide glücklich.“

Pin trader Buddy Kling

Buddy Kling ist Experte im Tauschen von Pins.