1. Olympische
Jugend-Winterspiele 13.-22. Jänner

Man sollte niemals aufhören etwas Neues zu versuchen – Meet the Coaches im Kultur- und Bildungsprogramm

20. Jänner 2012

​Die Trainer Melody Davidson aus Kanada, Vitaly Petrov aus Russland und ihre ehemaligen Star-Athleten Jennifer Botterill (Eishockey) und Sergey Bubka (Stabhochsprung) standen ihrem Publikum am gestrigen Abend im Congress Innsbruck Rede und Antwort. Der Saal war bis zum letzten Platz besetzt und selbst der IOC-Präsident Jacques Rogge gab sich die Ehre und verfolgte die spannende Diskussionsrunde der Vorbilder.

Die Erfolge sprechen für sich: Melody Davidson führte das kanadische Frauen-Eishockey-Team in den letzten 15 Jahren dreimal zu Olympischem Gold und fünfmal zu einem Weltmeister-Titel. Vitaly Petrov trainierte den für die Ukraine angetretenen Sergey Bubka, der unter ihm unfassbare 35 Weltrekorde aufstellte, 1988 die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewann und sechsmal Weltmeister im Stabhochsprung war.

Melody Davidson ist sich sicher: „Die Leidenschaft ist das allerwichtigste.“ Die gemeinsame Leidenschaft für den eigenen Sport, ein und dieselben Ziele und sehr viel Vertrauen ineinander seien im der Beziehung zwischen Athlet und Trainer die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Beziehung. Jennifer Botterill kann das bestätigen: „Wir verfolgten dasselbe Ziel.“ Vitali Petrov ergänzt sie, indem er erläutert, wie er versuchte seinen Sportler voll und ganz zu verstehen, ihn und seine Talente kennenzulernen und ihn immer wieder zu fragen, was dieser denn überhaupt erreichen wollte. Sie alle sind sich einig: Wenn man seinen Sportler gar nicht richtig kennt, ist es auch nicht möglich, das Beste aus ihm herauszuholen.
Zu den jungen Athletinnen und Athleten im Publikum gewandt, erklärte Sergey Bubka: „Keiner ist zum Champion geboren, das gilt für jeden einzelnen von euch!“ Die lange Entwicklung vom Nachwuchstalent bis zum Olympiasieger kann ein Trainer selbstverständlich mit beeinflussen. Er kann die Weichen stellen, Entwicklungsschritte bewusst planen, am besten sogar ohne dass sie dem Athleten selbst bewusst sind. Melody und Jennifer beschreiben ihre Beziehung zudem wie eine Freundschaft. Vitaly erklärte sogar: „Ich war ein sportlicher Vater für Sergey.“ In seinen Ausführungen über Sergey ist der „väterliche“ Stolz tatsächlich nicht zu übersehen.

Die Kraft für all jene Herausforderungen holt sich Melody Davidson, indem sie sich Zeit für sich selbst und die Menschen einräumt, die ihr wichtig sind. Außerdem hat sie den Kontakt zu Menschen die ihr Energie raubten, abgebrochen. Doch selbst wenn man alles richtig macht, kann man bisweilen keinen Erfolg feiern und erlebt auch manchmal Niederlagen. Hierzu weiß Sergey Bubka etwas zu sagen, das nicht nur als Leitsatz innerhalb der Sport-Karriere gelten kann, sondern auch danach: „Man sollte einfach niemals aufhören etwas Neues zu versuchen.“

Meet the Coaches

​ Meet the Coaches: Melody Davidson, Jennifer Botterill, Vitaly Petrov Sergey Bubka beim CEP Programm im Congress Innsbruck (v.l.).