1. Olympische
Jugend-Winterspiele 13.-22. Jänner

Über den Sport hinaus – Workshops im Kultur-und Bildungsprogramm

19. Jänner 2012

Welcher junge, erfolgreiche Sportler, der an den 1. Olympischen Jugendwinterspielen teilnimmt, denkt schon daran, dass seine Sportlerkarriere auch irgendwann einmal vorbei sein wird. Das Durchschnittsalter, in dem sich Olympioniken aus dem aktiven Profisport zurückziehen, liegt bei 27 bis 28 Jahren. „Für die Athletinnen und Athleten, die gerade am Anfang ihrer Karriere stehen, ist das nochmal fast genauso lang hin, wie sie auf der Welt sind. Das mag sich zwar für viele von ihnen nach einer Ewigkeit anhören, aber das Leben ist danach noch lange nicht vorbei und kaum ein Profisportler hat in seiner aktiven Zeit so viel verdient, dass er sich danach einfach zurücklehnen kann und keiner Arbeit mehr nachgehen muss. Umso wichtiger ist es daher, dass sie die Bildung nicht vernachlässigen und ihren Horizont auch über den Sport hinaus erweitern,“ erklärt Verena Sperl, die Leiterin des Kultur-und Bildungsprogramms.

Zu diesem Zweck bietet das Competence Project im Rahmen des Kultur- und Bildungsprogramms eine Reihe von Workshops an, bei denen die jungen Athletinnen und Athleten ihre Vorbilder – die Athlete Role Models – treffen können, um gemeinsam mit ihnen spannende und lustige Aufgaben zu bewältigen. Im Workshop „Balance your act“ versuchten sich eine Gruppe chinesischer Sportlerinnen und Sportler zusammen mit Leichtathlet Frank Fredericks einen Überblick darüber zu verschaffen, wer einem auf welche Weise dabei behilflich sein kann, Sport und Ausbildung miteinander zu vereinbaren. Das größte Hindernis war dabei wohl die Sprachbarriere, denn die für die Aufgabe zu verwendenden Kärtchen waren alle auf Chinesisch.

Was kann verschiedene Kulturen besser zusammenbringen, als gemeinsam zu essen? Im Kochworkshop „Be the Chef!“ haben junge Sportlerinnen und Sportler zweimal täglich die Möglichkeit, unter professioneller Anleitung ein internationales Gericht zuzubereiten. Anschließend dürfen die Teilnehmenden natürlich auch probieren und dazu gehören auch ein ordentlich gedeckter Tisch und die eine oder andere Erklärung, wie zum Beispiel die, warum der Schlutzkrapfen Schlutzkrapfen heißt. Der Chefkoch erläutert ganz locker: „ Man nimmt einen in den Mund und schlutzt ihn weg!“ Denn Knödel und Schlutzkrapfen werden nicht mit dem Messer geschnitten, sondern höchstens noch mit der Gabel geteilt. Ob das alle japanischen Teilnehmenden an diesem Workshop verstanden haben, bleibt angesichts der fragenden Gesichter offen. Fest steht jedoch, dass es allen geschmeckt hat, nicht zuletzt auch Hicham El Guerrouj, dem ehemaligen marokkanischen Mittel- und Langstreckenläufer und Doppelolympiasieger über 1.500 m und 5.000 m von 2004, den die Leidenschaft zum Laufen mit dem Chefkoch verbindet und der den Workshop als Athlete Role Model begeistert begleitete.

Einen Perspektivenwechsel auf die 1. Olympischen Jugend-Winterspiele bietet das Media Lab. Dort können Sportlernnen und Sportler sowie teilnehmende Tiroler Jugendliche in die Rolle eines Video- oder Fotojournalisten schlüpfen und unter Anleitung eines Profis aus dem Medienkolleg erste Erfahrungen mit der Kamera sammeln. So arbeiteten Lilly und Rabia, zwei Mädels von der BRG/BORG Telfs, an ihrem eigenen Videobeitrag über das Kultur- und Bildungsprogramm. Beim Schneiden gab es schon mal hitzige Diskussionen darüber, welche Aufnahmen wie zusammengefügt werden sollten. Ihr Betreuer vom Medienkolleg meinte nur: „Die geben mords Gas die zwoa!“ – Das wünscht man sich doch von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

CEP

Die Teilnehmer haben viel Spaß bei den CEP-Workshops.​