Yan (CHN) holt sich trotz Fieber Goldmedaille im Eiskunstlauf der Männer
16. Jänner 2012
Er hatte sich noch nicht vom Fieber erholt. Er führte keinen Dreifach-Axel vor, für den er doch so berühmt ist. Und er stürzte sogar einmal nach einem Sprung.
Nichtsdestotrotz absolvierte der Chinese Han Yan einen solch tollen Lauf in der freien Kür, dass er am Montag im Olympic Ice Stadium sogar noch die Goldmedaille bei den Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspielen abstaubte.
Yan erreichte eine Gesamtpunkteanzahl von 192,45 und schlug somit Silbermedaillengewinner Shoma Uno (JAP), der mit 167,15 Punkten um einiges zurücklag.
Feodosi Efremenkov (RUS) holte sich mit 163,46 Punkten die Bronzemedaille, nachdem er im Kurzprogramm den 2. Rang belegte.
Der Goldmedaillengewinner zeigte heute nicht die schwierigsten Sprünge, die man von ihm bei anderen Bewerben gewöhnt ist.
„Nach dem Kurzprogramm [am Samstag] bekam ich plötzlich Fieber, also habe ich mein Programm etwas einfacher gestaltet“, erklärt er.
Yan schiebt auch seinen Sturz auf das Fieber und den enormen „Energieverbrauch“ in der letzten Zeit, da er nach anstrengenden Bewerben wie den Chinesischen Nationalmeisterschaften direkt nach Innsbruck 2012 reiste.
Im zarten Alter von 6 Jahren begann er mit dem Sport, nachdem er als Geburtstagsgeschenk Eislaufen gehen durfte. Jetzt träumt er von olympischem Gold bei den Winterspielen in Sotschi 2014.
„Jeder Athlet träumt davon, eine Medaille bei den traditionellen Olympischen Spielen zu gewinnen“, schwärmt er. „Ich hoffe, dass mir das gelingen wird.“
Aber zuvor möchte er noch so viele Erfahrungen wie möglich in Innsbruck 2012 sammeln. Das Bildungs-und Kulturprogramm ist dabei ganz oben auf seiner Prioritätenliste.
Er würde auch gerne mehr seiner Sportskolleginnen und -kollegen kennenlernen.
„Mein Englisch ist nicht besonders gut“, erklärt er. „Deshalb ist es schwer für mich, mich mit Athletinnen und Athleten aus anderen Ländern zu unterhalten. Allerdings habe ich schon viele Pins ausgetauscht.“
Silbermedaillengewinner Uno, der am Samstag im Kurzprogramm den 6. Platz belegte, genoss es auf dem Siegertreppchen zu stehen.
„Da ich mehr als 50 Punkte erreicht habe, habe ich mir schon Chancen auf eine Medaille ausgerechnet“, sagt er.
„Ich dachte, dass ich es bei einem fehlerfreien Lauf [in der freien Kür] schon schaffen könnte. Ich bin überglücklich, dass es dann auch so kam.“
Seine Entschlossenheit war entscheidend. „Ich hatte keine spezielle Strategie für diesen Bewerb, Ich wollte nur mein Bestes geben, wofür ich schon so lange trainiert habe.“
Uno, einer der jüngsten Athleten im Eiskunstlauf der Männer bei diesen Spielen, sagt er sei bereits jetzt von seiner Erfahrung in Innsbruck 2012 begeistert.
„Ich beobachte die älteren und größeren Athleten und ich sehe wie hoch sie springen können und kann mir viel von ihnen abschauen. Ich hoffe, dass ich eines Tages auch so gut bin wie sie, wenn ich größer bin“, sagt er.


