Zufällige Begegnung legt Grundstein für niederländisches Gold im Zweierbob der Frauen
22. Jänner 2012
Marije Van Huigenbosch (NED) und Sanne Dekker (NED) trafen sich bei einem Wettkampf im August 2011, wo sie beide im 100 m Sprint mitmachten.
Sie hätten nicht ahnen können, dass sie fünf Monate später, zusammen eine Goldmedaille im Zweierbob der Frauen bei den Innsbruck 2012 Olympischen Jugend-Winterspielen gewinnen würden.
Pilotin van Huigenbosch erinnert sich an ihre Gedanken als sie Dekker das erste mal beim Wettkampf sah.
„Ich sah sie und dachte „Warte mal, sie ist groß, sie ist schnell, ich muss sie bekommen [als Anschieberin]“, erinnert sich Van Huigenbosch.
Die beiden 18-jährigen gewann am Sonntag auf der Bobbahn Innsbruck/Igls mit einer Zeit von 1 Minute 51.62 Sekunden und war somit 0.33 Sekunden schneller als die Silbermedaillengewinnerinnen aus Großbritannien.
Das britische Bobteam aus Mica McNeil und Jazmin Sawyers fuhr vom 4. Platz im ersten Durchgang mit einer Zeit von 1:51.95 auf den Silbermedaillenrang vor.
Ein weiteres holländisches Team aus Kimberley Bos und Mandy Groot gewann in am letzten Wettkampftag der Spiele mit 1:52.15 die Bronzemedaille.
„Vor den Spielen haben wir nicht daran geglaubt, die Goldmedaille zu gewinnen“, so Anschieberin Groot.
„Ich haben in Kurve sieben einen kleinen Fehler gemacht und da haben wir viel Zeit liegengelassen“, so Pilotin Bos.
Mit tränenüberströmtem Gesicht war van Huigenbosch die erste, die ihren holländischen Teamkolleginnen nach ihrem Lauf umarmte.
„Es gibt zwischen uns allen immer einen kleinen Konkurrenzkampf“, erzählt van Huigenbosch. „Wie kennen uns alle sehr gut.“
Van Huigenbosch und Dekker trainieren erst seit sechs Wochen miteinander, aber sie bezeichnen sich gegenseitig als gute Freundinnen.
Dekker fühlt sich mit ihrer Pilotin wohl genug, blind und den Kopf in den Bob gesteckt den Eiskanal herunterzufegen.
„Zu Beginn ist das eine sehr sehr komische Erfahrung“, so Dekker. „Aber ich vertraue ihr, heil unten anzukommen also sitze ich ganz entspannt im Bob.“
Das Duo lag nach dem ersten Lauf auf dem 2. Rang, konnte aber im zweiten Durchgang mit einer Geschwindigkeit von 118 km 0.46 Sekunden auf den ersten Lauf aufholen.
Die Medaillengewinnerinnen aus Großbritannien konnten es gar nicht glauben, dass sie vom 4. Platz im ersten Durchgang mit einem super zweiten Lauf noch aufs Siegertreppchen vorfahren konnten.
„Sich noch einmal so aufzurichten und so einen Lauf hinunterzubringen war unglaublich“, schwärmt Sawyers von der Leistung ihrer Pilotin im zweiten Lauf.
„Wir haben eine Medaille und sind ganz aus dem Häuschen, dass wir Zweite geworden sind.“


